Der Kinderladen

Pädagogik

Wir betrachten Kinder als aktive, selbstständige und kreative Gestalter*innen ihrer eigenen Entwicklung. Kinder bringen von Geburt an den Antrieb mit, ihre Lebenswelt verstehen zu wollen und sich mit ihrer Umwelt aktiv auseinanderzusetzen. Daraus ergibt sich für unsere pädagogische Arbeit die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Kindern ermöglichen ihre Entwicklung selbst zu gestalten, ihren eigenen Lernwegen zu vertrauen und ihre Lust am forschenden und entdeckenden Lernen zu erhalten und zu ermöglichen. Wir beteiligten Erwachsenen vertrauen den Kindern dahingehend, dass sie grundsätzlich die nötigen Kompetenzen mitbringen, um ihre Probleme selbst zu lösen und Verantwortung für sich zu übernehmen. Dabei stehen Erzieher*innen und Eltern ihnen zur Seite, indem sie den dafür nötigen Raum schaffen, sowie ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Herausforderung und Geborgenheit, zwischen Freiheit und schützenden Grenzen.

Ernährung

Die Ernährung der Kinder im Kinderladen ist für uns sehr wichtig. Alle Eltern haben gemeinsam das Ernährungskonzept des Kinderladens diskutiert. Im Ergebnis wird es vegetarische und vegane Lebensmittel geben, welche möglichst regional und biologisch angebaut wurden. Auf zuckerhaltige Lebensmittel wird im Kinderladen weitestgehend verzichtet. Unsere Kinder können Frühstück, Mittagessen und eine Nachmittagsvesper im Kinderladen essen. Unser Mittagessen liefert ein Catering-Unternehmen, welches die Eltern in enger Absprache mit den Pädagog*innen auswählen.

Der Verein

Träger unseres Kinderladens ist der private Verein FreiRäume e.V., der 2015 gegründet wurde. Er ist der Arbeitgeber für alle Angestellten und wird durch die ehrenamtlich arbeitenden Vorstandsmitglieder repräsentiert. Eltern, die ihre Kinder in unserem Kinderladen betreuen lassen , sind automatisch Mitglied des Vereins. Im Vorstand: Sam, Corinna, Mex, Sina. Freiräume e.V. ist Mitglied im Dachverband der Berliner Kinder- und Schülerläden e.V.: www.daks-berlin.de

Elternarbeit

Als Elterninitiativ-Kindertagesstätte (EKT) bestimmt uns das Prinzip der Selbstorganisation und -verwaltung. Das bedeutet, dass bei uns – im Gegensatz zu staatlichen Kitas – mehr (ehrenamtliches) Engagement der Eltern erforderlich ist. Die Eltern sind so intensiv in das Geschehen des Kinderladens eingebunden: Sie können viel selbst gestalten und über wichtige Dinge mitentscheiden. Sie müssen jedoch auch bestimmte Aufgaben wie z.B. Vorstandsarbeit, Elterndienste bei Krankheit, Reparaturen, Einkäufe, Öffentlichkeitsarbeit usw. übernehmen, damit der Laden läuft. Auf regelmäßig stattfindenden Elternabenden, an denen alle Eltern teilnehmen sollen, werden pädagogische und organisatorische Themen diskutiert.

Kosten

Die Kosten für die Betreuung in unserem Kinderladen setzen sich aus dem Jugendamtsbeitrag (zur Zeit monalicher einkommensabhängiger Elternbeitrag + 23,- Euro Verpflegungsgeld) und einem Vereinsbeitrag zusammen. Der Vereinsbeitrag wird auf der Mitgliederversammlung von allen Vereinsmitgliedern gemeinsam festgelegt.

Interessent*innen

Zur Zeit sind alle Plätze bis voraussichtlich 2020 belegt. Für Interessent*innen besteht die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste eintragen zu lassen. Wir wählen die Familien für unsern Kinderladen nach bestimmten Kriterien aus. Um eine optimale Altersmischung zu erreichen, spielt zunächst das Geburtsjahr eine entscheidende Rolle. Außerdem versuchen wir Eltern zu finden, die wirklich hinter dem (pädagogischen) Konzept unseres Kinderladens stehen und Lust haben, sich aktiv zu engagieren. Somit hoffen wir, potentiellen Spannungen und Enttäuschungen vorzubeugen. Wir bieten Infoabende an, bei denen die Möglichkeit besteht das Team, die Räume und die Eltern kennenzulernen. Bitte nicht unangemeldet vorbeikommen, denn im laufenden Betrieb hat das Team keine Zeit, sich um Dich/Euch zu kümmern. Wenn Du/Ihr Interesse habt, schreibt bitte eine Mail an: kinderladen.baumschulenweg@gmail.com. Voraussetzung für den Abschluss eines Betreuungsvertrags ist der Gutschein vom Jugendamt.

Team

JORIS

Ich bin Joris, 25 Jahre alt, genderqueer (d.h. keins der zwei „üblichen” Geschlechter passt zu mir, meine Identität gestaltet sich zwischen und außerhalb dieser Schubladen – ich bin einfach ein Mensch. Personalpronomen: alle außer “sie” sind okay, z.B. sier, hen, er, oder einfach keins, nur mein Name.) Ich habe 2014 mein Studium „Kindheitspädagogik“ abgeschlossen und seitdem ein Jahr Kinderladenerfahrung gemacht.

Pädagogische Schwerpunkte: Ich möchte mit Offenheit, Vertrauen und möglichst flachen Hierarchien mit Kindern und ihren Bezugspersonen umgehen. Mein Bild vom Kind: Ich respektiere jedes Kind alters- und entwicklungs-unabhängig als kompetent, sich zu äußern und sich an Entscheidungen, die es selbst betreffen, zu beteiligen. Ich möchte Kinder dabei begleiten und unterstützen, ihre individuelle Identität so vorurteils- und fremd-zuschreibungs-frei wie möglich entfalten zu lassen. Dazu gehört für mich unverzichtbar viel Selbst- und Teamreflexion.

Einflüsse: Reggio-Pädagogik, Konsensprinzip (=Zustimmung / Einverständnis des Kindes und individuelle Grenzen respektieren, und dies auch zwischen den Kindern fördern)“

ANDREAS

Ich bin Andreas (geb. 1984), Erzieher seit 2009 und habe schon ein paar Jahre Kinderladenerfahrung gesammelt. Mir ist Musik sehr wichtig. Im Kinderladen hol ich deswegen gern die Gitarre aus, singe und tanze mit allen die Lust haben. Außerdem bin ich gern mit Kindern draußen im Grünen unterwegs.

Ich bin Papa von einem Kind (geb. 2014).

JASPER

Jasper Nicolaisen (Jahrgang 1979) ist Erziehungswissenschaftler, Erzieher und befindet sich in der Ausbildung zum systemischen Familientherapeuten. Mit Kindern redet er am liebsten und geht mit ihnen etwas entdecken. Er kann nur sehr schlecht basteln und ist manchmal ungeduldig.

FEENIX

Ich bin Feenix (geb. 1992), agender (heißt für mich, dass ich Geschlecht als Struktur ablehne und mich nirgendwo im Sprektrum von Geschlechtern sehe (Pronomen: mein Name, wem es schwer fällt kann auch „sie“ benutzen). Seit 2015 bin ich Jugend- und Heimerzieher*in.
Wichtig ist mir, das Kind als vollwertigen Menschen mit eigenen Gefühlen und Willen zu sehen und zu respektieren. Dabei spielt für mich das Konsens-Prinzip ein wichtige Rolle. Einen großen Einfluss hat für mich die Gewaltfreie Kommunikation, in der es darum geht auf die Gefühle und Bedürfnisse zurück zu kommen und die, meistens unwichtige, Sachebene zu verlassen. Gegenseitige Achtsamkeit und das Grenzen respektiert werden ist mir sehr wichtig. Ansonsten tobe und tanze ich gerne mit den Kindern durch die Kinderladen-Räume, lese vor, kuschel und erforsche den Wald mit ihnen.